Qualitätsmanagement und Leitbild

Leitbild und Philosophie der Schule für Ergotherapie Eckardtsheim

Die Schule für Ergotherapie Eckardtsheim ist eine anerkannte Krankenhausschule im Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) und Teil der von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel. Im Leitbild der Schule orientieren wir uns an den Grundsätzen für das Leben und Arbeit

Die Ausbildungsstandards des Deutschen Verbandes der Ergotherapeuten (DVE) und des Weltverbandes (WFOT) sowie des europäischen Netzwerkes der Ergotherapie Ausbildung im Hochschulbereich (ENOTHE) bilden die Basis für unsere curricularen Richtlinien und die Lernziele des Ausbildungsprozesses in Bethel und dem Leitbild des EvKB

In der Ergotherapieausbildung lassen wir uns leiten von der aktuellen Definition der Ergotherapie, integrieren aber auch die historischen Vorläufer der Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen in den Hilfefeldern einer der größten diakonischen Einrichtungen in Europa:

"Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.
Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen."
(DVE 08/2007)

Ergotherapeutische Modelle, wie das „Model of Human Occupation“ (MOHO) und das „Canadian Model of Occupational Performance” (CMOP), sowie Erkenntnisse ergotherapeutischer Wissenschaft und Forschung bilden den Kern der Ausbildung. Grundlegende Perspektive ist die Wechselwirkung zwischen Betätigung und Gesundheit.

Balance zwischen fachlicher Kompetenz und menschlicher Zuwendung

Einfühlungsvermögen, Kreativität und Phantasie sowie die Bereitschaft, eigene Erfahrungen zu reflektieren, sind die Voraussetzungen für einen Beruf, der durch intensiven Kontakt mit Menschen gekennzeichnet ist. Neben dem Erlernen diagnostischer und therapeutischer Verfahren sehen wir daher in der Erweiterung von Wahrnehmungs-, Sozial- und Handlungskompetenz eine besondere Bedeutung. Kompetenzen verstehen wir als eine dynamische Kombination aus Eigenschaften, Fähigkeiten und Einstellungen, die vom Lernenden durch vielfältige und differenzierte Aufgaben in Theorie und Praxis angeeignet werden. Dabei ist es unser Ziel, die Ausbildung mit der Entwicklung von Berufsperspektiven zu verknüpfen.

Da ergotherapeutisches Handeln ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber den Klienten erfordert, ist es uns als Team der Schule ein besonderes Anliegen, die angehenden Therapeuten auf die Wahrnehmung dieser Verantwortung vorzubereiten, einschließlich der Fähigkeit, sich belastenden Situationen zu stellen und diese zu meistern.

Das Erreichen der berufsspezifischen Qualifikationen und die Gestaltung eines individuellen Lernprozesses ermöglichen wir durch Lehr- und Lernmethoden, die praxis- und pro­blemorien­tiert sind.  Lernen in  Freiheit und Selbstbestimmung fördert  pro­blemorientiertes Bewusstsein, Einstellungen, Wissen und Fähigkeiten, die den Schlüssel für Qualifikation und Professionalität darstellen. Motivation und Veränderungskompetenz  entstehen aus Freude am lebenslangen Lernen. Dabei stellen wir dem Einzelnen die Zeit und den Raum zur Verfügung, die er für seine Entwicklung benötigt.

Denken und Handeln werden von christlichen Grundwerten geleitet
Ethische Sichtweisen – Menschenbild

Unsere christlichen Grundsätzen für das Leben und das zugrunde liegende Menschenbild sowie die Vision, gelebte solidarische Gemeinschaft zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zu verwirklichen, bestimmen unsere Grundhaltung in der Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern und den zu betreuenden Klienten.

Der Ausbildungs- und Behandlungsauftrag sind gleichwertig und untrennbar miteinander verbunden.

Unsere ethische Sichtweise ist gekennzeichnet von Respekt und Würde vor dem Anderen, der Annahme seiner Individualität und lebensgeschichtlich geprägten Persönlichkeit.

Die Menschen als leib-seelisch-soziale Einheiten sind Mittelpunkt der Wertvorstellungen, ihre Entwicklung wollen wir mit den Mitteln der Ergotherapie fördern und unterstützen.

Niemand wird aufgrund von Hautfarbe, Nationalität, Alter, Geschlecht, sexueller Neigung, Behinderung, Religion oder politischer Einstellung diskriminiert.

Dies spiegelt sich im soziokulturellen Setting der Ausbildung und in der Haltung, ein transkulturelles Bewusstsein zu vermitteln.

Die Schulgemeinschaft ermöglicht das Praktizieren religiöser Sitten und Gebräuche und fördert durch Offenheit und Kommunikation kulturelle und religiöse Akzeptanz und Toleranz.

Den Stellenwert ethisch-religiöser Sichtweisen und Handlungsmotive machen wir in spezifischen Unterrichtsangeboten und reflektierender Begleitung in den praktischen Ausbildungsteilen besonders deutlich.

Höchste Qualität und Weiterentwicklung im Gesundheitswesen

Wir wollen als Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten unseren Klienten höchste Qualität anbieten. Auf dieser Grundlage wollen wir ergotherapeutische Behandlungen und Dienstleistungen ständig weiterentwickeln und die Grundausbildung der Schülerinnen und Schüler an berufsspezifischen wissenschaftlichen und persönlichkeitsbildenden Zielen ausrichten.

Eine qualitätsorientierte Ausbildungsumgebung, verbindliche Bildungsstandards gegenüber der Praxis und kontinuierliche Verbesserungsprozesse sowie deren ständige Auswertung ermöglichen Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung. Wir stehen im ständigen

Austausch mit den Praktikumsplätzen, die letztlich Garant für die sinnvolle Verzahnung von Theorie und Praxis sind. Darüber hinaus kooperieren wir mit weiterführenden Ausbildungsgängen im Bereich Ergotherapie, um an zukünftigen Entwicklungen und Trends beteiligt zu sein. 

Merkmale dieser Qualitätskultur sind in der Vision für die Profession Ergotherapie enthalten und vermitteln sich in organisatorischen Strukturen, die Transparenz und Partizipation ermöglichen.

Als Lehrkräfte sind wir kompetent und erfahren in den von uns verantworteten Lehrgebieten.

Wir tragen durch kontinuierliche Weiterbildung zur Entwicklung der Ausbildung bei.

Innovatives Denken und die Wahrnehmung von Gestaltungsmöglichkeiten fördern die Ausbildungsprozesse in der wissenschaftlich orientierten Theoriebildung und in den praxisrelevanten Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Ein offenes, anteilnehmendes und unterstützendes Miteinander ermöglicht uns kollegiale Beratung und effektive Teamarbeit mit entsprechender Rückmeldung und Evaluation.

In der Qualitätsentwicklung orientieren wir uns über den schulischen Kontext hinaus an den nationalen und internationalen Standards für Ausbildung im Gesundheitswesen durch aktive Teilnahme von Lehrkräften und Auszubildenden an Europäischen und Weltkongressen und Mitarbeit in länderübergreifenden Arbeitsgruppen.

Die Sicherung von personellen und finanziellen Ressourcen durch Personal- und Budgetverantwortung der Schulleitung ist wesentlich für die Sicherung unserer Qualitätsstandards in der Ausbildung und für die Erreichung der bildungspolitischen Ziele des Trägers.

Den individuellen therapeutischen Biografien der Lehrkräfte wird durch Mitarbeiterorientierung, Integration der persönlichen Stärken und Ziele in die Schulerfordernisse entsprochen.

Berufslebenslange Verbesserungsprozesse, Qualitätszirkelarbeit und das Erleben von Freiheit in der Wahrnehmung der beruflichen Verantwortung ermöglichen Identifikation und Zufriedenheit mit der Arbeit.

Sorge für Sicherheit und Wohlbefinden der Schüler, Klienten und Mitarbeiter

Der Fürsorge für die Sicherheit und dem Wohlbefinden in den Beziehungen der Lernenden, der Lehrenden und der Klienten im Kontext der Schule und der therapeutischen Einrichtungen wird in Arbeitsanforderungen und in der Arbeitsplatzgestaltung während der Ausbildungszeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Das exemplarische Erleben humaner Arbeitsbedingungen ermöglicht den Auszubildenden den Transfer einer an den Bedürfnissen der Person ausgerichteten Arbeitsweltgestaltung in die spätere berufliche Tätigkeit. Sie zielt auf die Ausgestaltung von Arbeitsplätzen und therapeutischen Settings, die sich durch optimale Anforderungsniveaus auszeichnen. Individuelle Entwicklungswege werden ermöglicht.

Den persönlichen Bedürfnissen der tätigen Person wird entsprochen und Kommunikation und soziale Kontakte werden ermöglicht.

Durch die Gestaltung der Lernumgebung stellen wir Handlungsspielräume für Individualität, Verantwortung und Selbständigkeit bereit. Wir berücksichtigen und fördern Entscheidungs-, Gestaltungs- und Kontrollbedürfnisse der Lernenden.

Analog der Umsetzung der Betriebsvereinbarung „Familie und Beruf“ tragen wir besonders der Situation von Schülerinnen und Schülern mit Familie Rechnung, um die Belastung durch Familie und Ausbildung für die Betroffenen beherrschbar zu machen.

In der architektonischen und baulichen Gestaltung der Umgebung beziehen wir psychische Bedürfnisse, Wahrnehmungserfahrungen und soziale Bedürfnisse bewusst ein. Im angestrebten Lernklima und im milieutherapeutischen Setting berücksichtigen wir Erkenntnisse der Lernbiologie.

Räumlichkeiten, Lernsituationen und unterschiedliche Sozialformen ermöglichen Konzen­tration und kreatives Denken und helfen uns, lebendiges, erlebnisorientiertes Lernen zu fördern.

Die Bereitstellung von Rückzugsmöglichkeiten, Gelegenheit zur Entspannung, Pause und Erholung gehören ebenso zur Schulphilosophie wie gemeinsame Aktivitäten der Rekreation und Freizeit. Insbesondere legen wir Wert auf die Kultur, gemeinsam zu reisen und ausbildungsbegleitend  Feste und Feiern zu gestalten.

Mit der Kultivierung einer gemeinsamen Sprache, Freundlichkeit im Umgang miteinander und mit der pfleglichen und sorgfältigen Handhabung der bereitgestellten Lern- und Arbeitsmittel dienen wir ebenso der Vermittlung von Sicherheit und Wohlbefinden in der Lern- und Arbeitsumgebung.